Unsere Vereinsgeschichte 2017-12-05T15:59:40+00:00

Überblick von den Anfängen bis heute (Teil 1: 1904 – 1953):

August 2017

1904

Gründung des Gesellschaftsclubs „Fidelia“

1911

Beschluss zur „Ausübung des Fuß- und Faustballspiels“ Wahl des Fidelianers Philipp Hertel zum Abteilungsleiter und 1. Spielwart Erster Spielplatz auf einer Wiese in der Geierloh

1912 (27. 04)

Zusammenschluss der Fidelia-Abteilung mit den Fußballvereinen „Wacker“ und „Concordia“ zur „1. Spielvereinigung Rehau“ Spielstätte: Wiese des Fuhrunternehmers Georg Hundt im Unlitz

1920 (17.03.)

Auflösung der Spielvereinigung, Versteigerung des Inventars Gründung des „Vereins für Bewegungsspiele Rehau“ im Bahnhof-Hotel Vorsitzender Philipp Jacob (Schüler der OR Hof), bis Juli 1920

1920-1927

Vorsitzender Hans Press (Sägewerksbesitzer) Platzbau im Unlitz mehrfach Spitzenplätze des VfB in der A-Klasse

1928

Meister der A-Klasse, Aufstieg des VfB in die Kreisliga (entsprach in etwa der heutigen Bezirksliga)

1929-1935

Erfolge der neu gegründeten Leichtathletikabteilung des VfB

ab 1930

Spielbetrieb einer VfB-Handballabteilung

1939-1945

Weltkrieg, allmähliches Erliegen der sportlichen Aktivitäten und der Vereinsarbeit Belegung des Sportplatzes mit Arbeits- und Wohnbaracken

1945

Lizenz der amerikanischen Militärregierung für den VfB zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs (Fußball)

1946

Tod von acht Fußballern bei einem Unfall auf der Fahrt zu einem Auswärtsspiel in Bayreuth (Karfreitag, Autobahnbrücke bei Lanzendorf)

1947-1952

Beachtliche Erfolge der VfB-Fußballer, z.B. gegen den 1. FC Nürnberg (2:3) und den späteren Bundesligisten Meidericher SV (4:3)

1953

Oberfränkischer Pokalmeister

Gründerjahre, Vorkriegszeit und 2. Weltkrieg (1921-1945)

Kaum jemand wird heute noch wissen, dass der VfB Rehau aus einem 1904 gegründeten „Gesellschaftsclub“ namens „Fidelia“ hervorgegangen ist. In ihm fanden sich offenbar junge Leute, die 1911 den protokollierten Antrag stellten, dass „das Fuß- und Faustballspiel innerhalb des Vereins betrieben werden“ solle. Tatsächlich wurde „die Anschaffung eines (!) Fuß- und Faustballs aus Vereinsmitteln einstimmig genehmigt.“ Damit war der Vereins-Fußballsport in Rehau geboren und damit fast auch schon der VfB.

Der ging schließlich als Neugründung aus der Spielvereinigung Rehau hervor, zu der sich zwischenzeitlich die Fidelia-Fußballer mit den Spielern der Vereine Wacker (in der Dürrenlohe) und Concordia (im Reutlich) zusammengeschlossen hatten. Einmütig wurdeam 17. März 1920 im Bahnhof-Hotel (Besitzer Hans Wunderlich) der „Verein für Bewegungsspiele Rehau“ gegründet, als dessen erster Vorsitzende der Oberschüler Philipp Jacob gewählt wurde. Nach einigen Wochen löste ihn der Sägewerksbesitzer Hans Press ab, der den jungen Verein auch finanziell sehr unterstützte. Er betrieb auch den Bau der Sportanlage im Unlitz, indem er bei den Rehauer Honoratioren Spenden einsammelte und ein Benefizspielin Marienbad organisierte. Die Anlage im Unlitz blieb bis heute die sportliche Heimat des VfB und jetzt auch des FC Rehau.

Die erste Mannschaft des VfB Rehau nahm den Platz der in die A-Klasse Oberfrankens aufgestiegenen SpVggRehau ein und behauptete sich in dieser Liga im Wettstreit u.a. mit den Nachbarvereinen Bayern Hof, FC Münchberg. Wacker Marktredwitz, FK Selb, VfB Arzberg.

1921: 1.Mannschaft mit Paul Dietrich, Hans von der Grün, Karl Lippert, Karl Beck, Max Press, Hans Höra, Fritz Wunder, Adolf Vogel, Max Jakob, Hermann Müller, Hans Rauber

Auf einer 1923 veröffentlichten Rangliste von ca. 100 oberfränkischen Vereinen rangierte der VfB Rehau an der beachtlichen 18. Stelle, aber trotz vieler Spitzenplätze klappte es erst 1928 mit der A-Klassen-Meisterschaft und dem Aufstieg in die Kreisliga. Maßgeblichen Anteil hatte der aus Nürnberg stammende Trainer Gaudlitz. Es spielten (siehe Bild): Max Rausch (TW), Willy Luding, Max Jacob, Hans Luding, Willy Bayer, Georg Kolb, Hans Bär, Lorenz Rödel, Julius Hüttl, Hans Hager, Hans Zeidler.

1928: Meisterschaft in der A-Klasse, Aufstieg in die Kreisliga

In dieser Zeit machten auch die Leichtathleten des VfB von sich reden. Sie war 1929 von Karl Schenk gegründet worden, einem aus Nürnberg stammenden Rechtsanwalt, der zunächst als Trainer der 1. Fußballmannschaft und als Sportwart wirkte. Viele junge talentierte Fußballer und Leichtathleten stießen damals zum VfB und waren sportlich erfolgreich. Karl Schenk selbst wurde 1930 mit 51,29 m nordbayerischer Meister im Speerwurf. Bei den Frauen war Gusti Hertel 1932 nordbayerische Meisterin im Kugelstoßen und Diskuswurf. Weitere Erfolge erzielten u.a. Dr. Ernst Linhardt, Karl Hertel, Richard Letz, Heinz Izerott, Karl Wölfel, Karl Zapf. Bei den immerhin 28 aktiven Leichtathletinnen gehörten neben Gusti Hertel auch Else Bayer, Lisbeth Hertel und Mariechen Hertel zu den Besten. In Eigenleistung entstanden damals eine 100m-Aschenbahn sowie eine moderne Hoch- und Weitsprunganlage.

Die VfB-Handball-Mannschaft machte damals ebenfalls von sich reden. Zu ihr gehörten u.a. Herbert Friedrich, Heinrich Hagen, Georg Beck, Karl Zapf, Karl Wölfel, Georg Dietel.

Die Aktivitäten dieser beiden Abteilungen fanden in den Kriegsjahren ihr Ende und nach dem Krieg leider auch keine Fortsetzung.

Der Kriegsbeginn 1939 beendete auch die vielversprechende Aufwärtsentwicklung der VfB-Fußballer, die 1939 beinahe den Aufstieg in die Bezirksklasse geschafft hätten. Viele der  talentierten Spieler mussten in den Folgejahren weit weg von Rehau als Frontsoldaten Dienst tun. Etliche kehrten nie zurück. Der Spielbetrieb kam zum Erliegen, auch weil der VfB-Platz mit Arbeits- und Wohnbaracken bebaut worden war. Sehr schwer traf die NS-Zeit den Nachbarverein ASV. Die  Nationalsozialisten sorgten bereits 1933 dafür, dass Organisation, Vereinsleben und Sportbetrieb des aus der Arbeiterbewegung hervorgegangenen Vereinsvöllig zum Erliegen kamen, und beraubten ihn seiner Liegenschaften und seines ganzen Besitzes.

Neuanfang nach dem Krieg (1945-1953)

Der Neuanfang nach dem Krieggestaltete sich sehr schwer. Zwar erhielt der VfB bereits 1945 eine Lizenz der amerikanischen Militärregierung, mit der er den Sportbetrieb wieder beginnen konnte, doch mangelte es an allem, vor allem auch an Spielern. Was man für die  knapp bemessenen Lebensmittelkarten und Bezugsscheine, z.B. für Lederbälle, Fußballschuhe,  nicht bekam, gab es halt nicht oder konnte vielleicht auf dem schwarzen Markt besorgt werden. Dennoch wurden erste Begegnungen ausgetragen, wenn auch zunächst auf dem Platz des Turnvereins an der Jahnstraße.

Überschattet wurden diese mutigen und von großem Idealismus geprägten ersten Schritte nach dem Krieg von einem schrecklichen Verkehrsunfall, dem gleich acht VfB-ler zum Opfer fielen. Ein mit Holzgas betriebenerLastwagen beförderte am Karfreitag des Jahres 1946 Spieler und Anhänger des VfB auf seiner Ladefläche zu einem Fußballspiel nach Bayreuth, als auf der Autobahn bei Lanzendorf ein Reifen platzte. Das Fahrzeug schleuderte und stürzte von einer Fahrbahnüberführung metertief nach unten. Während einige Mitfahrer weggeschleudert wurden und überlebten, begrub der Lastwagen acht Personen unter sich. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Das jüngste Opfer dieses fürchterlichen Unfalls war ein gerade 17-jähriger Nachwuchsspieler. Er und die anderen Toten wurden auf dem Rehauer Friedhof in Ehrengräbern bestattet, die heute noch bestehen.

Erstaunlich, was die Chronik für die Zeit von 1947 bis 1953 an Aktivitäten und Erfolgen berichtet! Geführt von den Vorsitzenden Erwin von der Grün (1945-1947), Heinrich Mehring (1947/48), Heinrich Hagen (1949/50) und Willi Schweizer (1950-1952) legten sich viele ehrenamtliche Helfer, aktiveFußballer, Gönner und Freunde ins Zeug und brachten das Vereinsleben und den Fußball wieder in Schwung. Höhepunkte waren z.B. die Reise der 1. Mannschaft mit Spielen in Süd- und Osttirol, eine Partie  gegen den 1. FC Nürnberg vor über 1000 Zuschauern (1952), die nur knapp verloren ging, der Titelgewinn als oberfränkischer Pokalmeister (1953) und der sensationelle 3:2-Pokalsieg gegen den damaligen Zweitligisten FC Bayern Hof vor 2500 Zuschauern (1953). Damals schon engagierte man renommierte Trainer, u.a. den Nürnberger Ex-Nationalspieler „Bumbas“ Schmitt.

Teil 2: Die „goldenen 50-er und 60-er Jahre“ (1954-1969)

Im Jahr 1954 entwarf das Vereinsmitglied Edmund Saalfrank, zunächst Porzellanmaler bei Zeh, Scherzer & Co. und später Designer und Leiter der Dekorabteilung bei Hutschenreuther Selb, ein neues Vereinswappen, das die Stadt- und Vereinsfarben Grün/Weiß und das Reh als Wappentier enthielt. Es ist noch heute unser Vereinswappen. Abgebildet ist die „vergoldete“ Version und tatsächlich begann damals die sportliche Glanzzeit des VfB Rehau, die ihn in die 1. Amateurliga Nordbayern und die Landesliga Nord führte. Abgebildet sind auch die beiden älteren Wappen: das der „1. Spielvereinigung Rehau“, aus dem der VfB hervorging, und das erste VfB-Wappen in Blau/Weiß, das aus den frühen 1920-er Jahren stammt.

  • wird fortgesetzt –